Imkerei

Über ältere Jagdkollegen haben auch wir von Naturschutz zur Imkerei gefunden. Zunächst einmal wurden Anfängerkurse besucht, um in das Thema hinein zu schnuppern. Der erforderliche Zeitaufwand wurde als „machbar“ eingestuft und ein kompetenter, aber auch kommunikativer Imkervater gesucht. Dieser Imker“vater“ ist 20 Jahre jünger als ich, betreibt ca. 30 Völker und ist Diplom-Biologe.

Nach einem Jahr „Lehrzeit“, in der wöchentlich die Völker „durchgearbeitet“ werden mussten (jede Mittelwand optisch kontrollieren auf Nachwuchs-Bildung, Futterzellen, Weiselzellen und Varoa-Befall, Tendenz zum Schwärmen etc.), habe ich mir dann ein eigenes Buckfast-Volk aufgestellt. Die Auswahl des „Systems“ (z.B. deutsch Normal, Zander, Dadant etc.) wird von dogmatischen Diskussionen unter dem Imkern begleitet. Ich bin einfach meinem Bienen“vater“ voller Gottvertrauen blind gefolgt und habe mich ebenfalls für Dadant entschieden und es nicht bereut.

Wenn dann ein erstes Volk die Beute (Bienenkasten) bewohnt, dann ist das schon ein erhebendes Gefühl: dieses Gesumme und Gewimmel, welche steuernde Macht steckt dahinter? Wer spielt im Bienenvolk wann welche Rolle? Und, wer legt diese Rollen fest? Und, und, und …?

Bis heute ist das ein sehr geheimnisvolles Handwerk, bei welchem es wieder einmal viel Neues über die Natur und Gottes Schöpfung zu lernen gibt. Die Biene, eine wahrhaft geheimnisvolle Kreatur!

Wieder eine Gelegenheit dem Büroalltag an den Waldrand zu entfliehen und ein naturnahes Handwerk auszuüben: wöchentliche Durchsicht der Völker, Ableger mit „Mini Plus“ schaffen, Voroa-Bekämpfung, Honigernte und –verwertung, Fütterung etc..

Wenn man dann noch seine neuen Erfahrungen im Kreise netter Kollegen austauschen kann, kommt auch der gemütliche Teil nicht zu kurz und selbst eigenbrötlerisch veranlagte Imkerkollegen tauen bei ihrem Lieblingsthema auf.

Ach ja, Honig gibt´s ja auch noch zu ernten: Die Bewohner (Bienen) aus dem zu erntenden Mittelwänden „rauswerfen“, die Honig-gefüllten Mittelwände schleudern, den Honig in den Hobbock abfüllen und nachbehandeln und den Honig in Gläser füllen. Bei unseren geringen Mengen ist die Frage der Vermarktung kein Thema (Eigenverbrauch). Mit dem Einsetzen der kalten Temperaturen, nach der Varoa-Behandlung werden die Völker ggf. mit Sirup gefüttert und nur noch einmal im Monat kontrolliert. Wenn alles gut geht, überwintert die Königin mit einer Traube voller Getreuer. Im Frühjahr folgt dann der Reinigungsflug und das Bienenjahr beginnt bei milden Temperaturen von neuem.

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